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GruppenfotoUm auf Großereignisse wie Massenkarambolagen auf der Autobahn, einem Zugunglück oder einem Wohnhausbrand gut vorbereitet zu sein, bestimmt der Landkreis Gießen seit zehn Jahren eine Einsatzleitung für den Rettungsdienst. Dieses Team aus leitenden Notärzten und organisatorischen Leitern ist nun ergänzt worden.

 

Nils Lenz (Gießen) ist zum leitenden Notarzt ernannt worden. Organisatorische Leiter sind Dominik Panz (Buseck), Christopher Cyskat (Linden) und Heiko Wagner (Butzbach); alle drei kommen von der Johanniter-Unfallhilfe. Nach 21 Jahren scheidet neben Carsten Rausch auch Heinz Georg Jäger als organisatorischer Leiter im Rettungsdienst aus. „Sie waren zwei der ersten im Landkreis, die zu organisatorischen Leitern im Rettungsdienst bestellt wurden“, sagt Landrätin Anita Schneider und dankte den „Urgesteinen“ für deren Einsatz. Sie sei froh, dass Jäger dem Rettungsdienst in der Ausbildung erhalten bleibe.

 

Vorgeschlagen werden Bewerber für die Posten vom Deutschen Roten Kreuz und der Johanniter Unfallhilfe – den Organisationen also, die am Rettungsdienst im Landkreis beteiligt sind. Die organisatorischen Leiter und leitenden Notärzte werden im Fall der Fälle von der Zentralen Leitstelle des Landkreises Gießen in der Gießener Steinstraße alarmiert. Dies kam im vergangenen Jahr 35. Mal vor: beispielsweise nach dem Chlorgasunfall in Lollar, dem Busunfall in Laubach oder dem Brand in der Shisha-Bar in Gießen.

 

Sie koordinieren zusammen mit der Einsatzleitung der Feuerwehr unter anderem die Versorgung der Verletzten vor Ort, teilen die an die Einsatzstelle gerufenen Rettungsassistenten, Rettungssanitäter und Notärzte ein, legen die Behandlungs- und Transportkapazitäten sowie die Transportziele und die Verletztensammelstellen fest. Gleichzeitig halten sie über die Zentrale Leitstelle Kontakt zu den Kliniken und Krankenhäusern, um so gemeinsam die Aufnahme der Notfallpatienten zu gewährleisten. Der Dienst ist rund um die Uhr sichergestellt.


Um als leitender Notarzt eingesetzt zu werden, brauchen die Bewerber neben der ärztlichen Zusatzbezeichnung Notfallmedizin die Facharztqualifikation mit intensivmedizinischem Hintergrund, die frühestens nach fünfjähriger Weiterbildung erworben werden kann. Voraussetzung ist auch die regelmäßige Teilnahme am Notarztdienst sowie ein spezieller Zusatzlehrgang für leitende Notärzte. Alle drei Jahre müssen die leitenden Oberärzte das Seminar wiederholen.
 
Als organisatorischer Leiter kann nur eingesetzt werden, wer sich zum Rettungsassistenten hat ausbilden lassen und über mehrere Jahre Berufserfahrung im Rettungsdienst verfügt. Neben leitenden Aufgaben im Rettungsdienst bzw. im Katastrophenschutz, muss er oder sie eine Zugführerausbildung machen und sich in der Rettungsdienstinfrastruktur des Kreises auskennen. Die Ausbildung zum organisatorischen Leiter findet bei der Hessischen Landesfeuerwehrschule in Kassel statt. Außerdem besteht eine jährliche Fortbildungspflicht.