Berlin – Auf den Spuren einer geteilten Stadt
Jugendförderung beim Landkreis organisierte Berlinreise – Schwerpunkt: Teilung und Wiedervereinigung – Besuch in Hohenschönhausen emotionaler Höhepunkt – Impressionen in Fotoausstellung
28 Jugendliche im Alter von 16 bis 25 Jahren besuchten kürzlich im Rahmen einer Bildungsreise der Jugendförderung des Landkreises Berlin. Auf dem Programm stand eine intensive Auseinandersetzung mit der Teilung und der Wiedervereinigung Deutschlands. Wie der Erste Kreisbeigeordnete und Jugenddezernent Dirk Oßwald mitteilte, sei es ein Anliegen der Politik, dass sich die jungen Menschen im Landkreis 20 Jahre nach dem Mauerfall intensiv mit diesem Teil der deutschen Geschichte auseinandersetzten. „Die Älteren haben die Freude der Menschen nach dem Fall der Mauer noch vor Augen. Viele der heutigen Jugendlichen waren 1989 noch gar nicht geboren. Diesen gilt es das Geschehene zu vermitteln“, so der Jugenddezernent wörtlich.
Das Programm der Bildungsreise war nach den Worten von Wiebke Dierkes (Jugendbildungsreferentin und Leiterin des Berlinprojektes beim Landkreis Gießen) eine Mischung aus Selbsterschließung und Vermittlung von historischen Informationen.
Mittels eines unfertigen Zeitstrahls zur Chronologie der Ereignisse konnten sich die Jugendlichen nach den Worten von Wiebke Dierkes den historischen Ablauf der Geschehnisse selbst zusammenbasteln.
Bei einer Stadtrallye in Berlin sind spannende Orte der jüngsten deutschen Geschichte von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern selbst erkundet worden. Offene Fragen sind im Anschluss bei einer Führung durch die Gedenkstätte „Berliner Mauer“ gestellt worden. „Hier hatten die Jugendlichen auch die Gelegenheit, Hintergründe über die Flucht und die Fluchtmotive der DDR Bürgerinnen und Bürger zu erfahren“, sagte Dierkes und erklärte, dass der anschließende Besuch des Stasigefängnisses Hohenschönhausen mit der Schilderung des Zeitzeugen Matthias Melster der emotionalste Teil der Berlinreise gewesen sei. Hierbei ist die Gruppe vom Pohlheimer Bürgermeister Karl-Heinz Schäfer begleitet worden.
Der Besuch in der Gedenkstätte Hohenschönhausen habe bei den Jugendlichen viel Diskussionsstoff beispielsweise über das totalitäre Regime in der DDR und den Einsatz von psychischen Foltermethoden, aber auch über die Notwendigkeit der politischen Wachsamkeit in demokratischen Systemen geliefert. Die gewonnenen Impressionen hielten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf Fotografien fest, die Teil einer Fotoausstellung sind, die am 16.Dezember in der Kreisverwaltung eröffnet wird.
Bildunterschrift:
Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der Berlinreise der Jugendförderung des Landkreises Gießen
Foto: Kreisverwaltung









