Digitalisierung archivischer Bestandsverzeichnisse wird gefördert
Kreisarchiv und sieben Kommunen erhalten Bewilligungsbescheid – Archivbestände zukünftig auch im Internet - Schneider: mehr Service für Bürgerinnen und Bürger
Landrätin Anita Schneider und Kreisarchivarin Sabine Raßner zeigten sich erfreut über den Bewilligungsbescheid der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) über 121.000 Euro zur Retrokonversion archivischer Findmittel, der dieser Tage in der Kreisverwaltung am Riversplatz einging. Im Rahmen eines Pressegespräches stellte Anita Schneider das Projekt zusammen mit den Bürgermeistern Bernd Klein (Lich), Dr. Bernd Wieczorek (Lollar), Stefan Bechthold (Fernwald) sowie dem Stadtrat Klaus-Dieter Wildhack (Hungen) vor. „Dieses Projekt ist ein wunderbares Beispiel für interkommunale Zusammenarbeit. Auf Initiative des Landkreises angestoßen und in Zusammenarbeit mit den Kommunen Fernwald, Grünberg, Hungen, Lich, Lollar, Pohlheim und Reiskirchen erarbeitet, bieten wir Bürgerinnen und Bürger und Studierenden einen guten Service. Denn diese können jetzt Informationen wie „in welchem Archiv des Kreises finde ich welche Informationen“ über das Internet abfragen“, erläutert Landrätin Schneider. „Hessenweit handelt es sich um die erste Förderung eines derartigen Projektes“, betont Schneider.
Als Retrokonversion wird die Digitalisierung von Verzeichnissen über Archivbestände, sogenannte Findmittel, in ein weiterverarbeitbares und recherchierbares Format bezeichnet. Ziel des Projektes ist, vorhandene Findmittel der Archive für Bürgerinnen und Bürger im Internet zur Verfügung zu stellen.
Die genannten Städte und Gemeinden im Landkreis haben für ihre Archive Verzeichnisse angelegt, die für eine Digitalisierung in Frage kommen. Seit Sommer 2008 haben sich die Archivbetreuerinnen und Archivbetreuer im Landkreis mit der Förderung der Retrokonversion beschäftigt. Die Städte und Gemeindeverwaltungen Fernwald, Grünberg, Hungen, Lich, Lollar, Pohlheim und Reiskirchen entschlossen sich unter der Federführung des Kreisarchivs Gießen einen entsprechenden Förderantrag zu stellen.
Dazu sind die Verzeichnungseinheiten der Findbücher durchgezählt worden. Für jedes Findbuch waren zwei Formulare auszufüllen und zwei Scans anzufertigen. Weiterhin sind Kostenvoranschläge mit Unterstützung der Koordinierungsstelle für Retrokonversion an der Archivschule in Marburg eingeholt worden. „Es war ein steiniger Weg, bis wir im Juni 2009 den gemeinsamen Förderantrag bei der DFG stellen konnten“, erklärte Sabine Raßner, Kreisarchivarin in Gießen.
In Rahmen des Projektes sollen rund 121.000 Verzeichnungseinheiten digitalisiert und der Forschung zur Verfügung gestellt werden. Die DFG Förderung ist dabei als Anschubfinanzierung zu verstehen. Innerhalb von drei Jahren werden die teilnehmenden Kommunen zusätzlich eine Eigenleistung in Höhe von 1/3 der Fördersumme für das Projekt aufwenden. Weiterhin verpflichten sich die geförderten Archive, ihre gesamten Findmittel für die überregionale Forschungen bereitzustellen, in dem die Bestandsverzeichnisse in ein überregionales Archivportal eingebunden werden.








