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Eine Chance, nicht dauerhaft abgeschrieben zu sein

Jugendwerkstatt

Bildunterschrift:
vl. Katja Gänger, Projektleiterin des Trainings- und Förderprogramms zur Wiederherstellung der Erwerbsfähigkeit für SGB XII Leistungsempfänger beim Jugendwerkstatt Gießen e.V., Siegfried Skamradt, Teilnehmer, Wolfgang Balser, Vorsitzender des Jugendwerkstatt Gießen e.V., Erster Kreisbeigeordneter und Sozialdezernent Dirk Oßwald, Simone Hackemann, Fachbereich Jugend und Soziales beim Landkreis Gießen.
Foto: Kreisverwaltung

Kreis startet mit Jugendwerkstatt erstmals ein Programm zur Integration bisher als arbeitsunfähig eingestufter, aber motivierter Menschen - Lahn-Dill hatte bereits Erfolg - Teilnehmer glücklich

 

Mit einem neuen Modell versucht der Landkreis jetzt zusammen mit der Jugendwerkstatt Gießen erstmalig auch Langzeitarbeitslose wieder in das Berufsleben zu integrieren, die bisher als vorübergehend nicht arbeitsfähig eingestuft wurden. Zur Verbesserung der Chancen einer sozialen und beruflichen Integration von Leistungsbeziehern nach dem sogenannten Sozialgesetzbuch (SGB) XII hat der Erste Kreisbeigeordnete und Sozialdezernent Dirk Oßwald kürzlich  einen Bewilligungsbescheid für die Personal- und Sachkosten  für ein Trainings- und Förderprogramm zur Wiederherstellung der Erwerbsfähigkeit an Wolfgang Balser, Vorsitzender Jugendwerkstatt Gießen e.V., übergeben.

 

Bei den Menschen handelt es sich um Kreisbürger, die  als arbeitsfähig im Umfang weniger als drei Stunden eingestuft wurden und damit aus dem Bezug von Hartz-IV und der Betreuung durch die GIAG herausgefallen sind.

 

Diese Menschen werden bundesweit dann von den Sozialämtern der Landkreise betreut und erhalten von dort die Grundsicherung. Der Versuch einer Re-Integration in Beschäftigung wurde lange Zeit nicht gemacht.       
„Das wollen wir jetzt ändern, und zwar auf freiwilliger Basis und mit denjenigen Menschen, die dies auch aktiv wollen und nicht dauerhaft abgeschrieben sein möchten“, machte Oßwald bei der Übergabe des Bewilligungsbescheides zusammen mit Simone Hackemann deutlich, die im Fachbereich Jugend und Soziales des Kreises die Arbeitsmarktprogramme verantwortet. Mit dem Projekt in der Jugendwerkstatt sollen 15 Menschen für jeweils ein halbes Jahr in die Erwerbsfähigkeit und ein gefestigtes  soziales Umfeld zurückzufinden. Das Projekt ist im Landkreis Gießen ein Novum, der Lahn-Dill-Kreis hat bereits mit einer ähnlichen  Maßnahme bedeutende Erfolge erzielen können.

 

„Ich freue mich, dass wir das Trainings- und Förderprogramm im Landkreis umsetzen und somit diesen Personen, die aktuell aber nicht auf Dauer erwerbsunfähig sind, eine Perspektive bieten“, machte Oßwald deutlich.  „Sofern das Projekt Erfolg hat, ist eine Dauerhaftigkeit gewünscht und vorgesehen“, ergänzte Marita Seibert, Leiterin des Fachdienstes Soziales beim Landkreis, die die Initiative zu dem Projekt ergriffen hatte.

 

„Die Maßnahme bietet 15 Menschen im Alter von 20 bis 50 Jahren eine intensive Unterstützung, um freiwillig die Beschäftigungsfähigkeit über die täglichen drei Stunden hinaus zu verbessern“, fügte Simone Hackemann hinzu. Gelingt dies und können die Menschen wieder in das Berufsleben integriert werden, verbessert sich deren gesamte soziale Situation. Der Vorteil für den Landkreis läge darin, dass die Kosten für die Grundsicherung und Unterkunftskosten vollständig oder zumindest teilweise entfallen.

   
Nach Abschluss einer Zielvereinbarung mit dem Fachdienst Soziales des Landkreises werden die ersten Teilnehmerinnen und Teilnehmer in den nächsten Tagen in der Jugendwerkstatt erwartet. „In ersten Gesprächen habe ich erfahren, wie glücklich die Menschen darüber sind, eine Chance zur verbesserten Teilhabe an der Gesellschaft zu bekommen“, erklärte Katja Gänger, Projektleiterin der Trainings- und Fördermaßnahme beim Jugendwerkstatt e.V..

 

Das Budget für dieses Trainings- und Förderprogramm zur Wiederherstellung der Erwerbsfähigkeit für SGB-XII-Leistungsbezieher wird im Rahmen des Programms „PiA- Passgenau in Arbeit“ vom Hessischen Sozialministerium bereitgestellt.

 

Ziel des Programms ist die Förderung von Integrationsfähigkeit und Integration von besonders benachteiligten Personen in den ersten und zweiten Arbeitsmarkt. Weiterhin sollen innovative Ansätze zur Verbesserung der Integration von Langzeitarbeitslosen in den Arbeitsmarkt gefördert werden.