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Kreis sucht weitere Asylbewerberunterkünfte

Zukünftig mehr Asylbewerber erwartet - Oßwald: Ziel ist Unterbringung in Gemeinschaftsunterkünften – Unterstützung von Menschen im Landkreis gefragt

 

Steigende Asylbewerberzahlen könnten zu Kapazitätsproblemen in den Gemeinschaftsunterkünften des Landkreises führen, der deshalb jetzt aktiv nach weiteren Möglichkeiten zur übergangsweisen Unterbringung von Flüchtlingen sucht. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Fachbereich Soziales der Gießener Kreisverwaltung verfolgen das Ziel, die zugewiesenen Asylbewerberinnen und Asylbewerber in geeigneten Gemeinschaftsunterkünften unterzubringen. Alternativen wären Hotelunterkünfte, die das Kreisbudget deutlich stärker belasten würden.

 

„Angesichts der angespannten Haushaltssituation der Kommunen, sind wir gezwungen, die Kosten bei der Unterbringung von Asylbewerbern im Auge zu behalten. Unser Ziel muss es sein, die Menschen in geeigneten Gemeinschaftsunterkünften unterzubringen“, betonte der Erste Kreisbeigeordnete und Sozialdezernent Dirk Oßwald.

 

Nachdem jahrelang die Zuweisungen von Asylbewerbern kontinuierlich rückläufig waren, hat sich im letzten Jahr und insbesondere in den letzten Monaten die Zahl der in Hessen aufzunehmenden Asylbewerber drastisch erhöht. Dies betrifft in erster Linie Menschen aus den Herkunftsländern Somalia (Juli 2010: 22,3%) und Afghanistan (Juli 2010: 20,3 %).
„Dem Land Hessen sind im Juli dieses Jahres 251 Personen vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF).  zugewiesen worden. Im Vergleich hierzu waren es 187 Personen im Juli 2009“, erklärte Petra Sommerlad, zuständige Sachbearbeiterin im Fachdienst Soziales der Gießener Kreisverwaltung. Die Zuweisung durch das Land Hessen erfolgt nach einem Zuweisungsschlüssel, bei dem die Einwohnerzahlen der Kommune mit ausschlaggebend sind.

 

In den Gemeinschaftsunterkünften des Landkreises waren im Januar und Februar 2010 21 Personen, im März 23 Personen untergebracht. Im April wurden uns weitere 23 Personen zugewiesen. Im Mai 2010 stieg die Zahl der untergebrachten Asylbewerber auf 48 Personen und im Juni wurden uns weitere 11 Personen zugewiesen. Im Monat Juli waren insgesamt 64 Personen in einer Gemeinschaftsunterkunft untergebracht.

 

Im August 61 Personen, im September 73 Personen, im Oktober 69 Personen und bis Anfang November 77 Personen.

 

Nach Auskunft des BAMF ist davon auszugehen, dass sich die Zugänge nicht rückläufig entwickeln werden. Vielmehr ist künftig mit einem weiteren Anstieg an Asylsuchenden zu rechnen. Aufgrund dieser Entwicklung und der Tatsache, dass sich der Landkreis Gießen gegenüber anderen hessischen Landkreisen und kreisfreien Städten noch deutlich im Aufnahmeminus befindet, ist davon auszugehen, dass der Landkreis Gießen in Zukunft mit erheblich mehr Zuweisungen von Asylbewerbern rechnen muss. Da auch weiterhin die Unterbringung der zugewiesenen Asylbewerber sichergestellt werden muss, wird es notwendig sein, neue Unterbringungsmöglichkeiten bereitzustellen. Angedacht sind hier Wohngebäude mit einer Aufnahmekapazität von 20 bis 50 Personen.

 

Deshalb sucht der Kreis jetzt aktiv  Unterbringungsmöglichkeiten und bittet Interessenten, die  Interesse an einem Betreibervertrag mit dem Landkreis Gießen haben, sich an den Fachdienst Soziales bei der Kreisverwaltung des Landkreises Gießen, zu wenden. Ansprechpartnerin ist Petra Sommerlad, Telefon 0641 9390 9309 oder Email: petra.sommerlad@lkgi.de